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| BARTEK MATERKA ON A SINGLE BREATH 3. September bis 31. Oktober 2010 ![]() Einladungskarte: pool [1], 2010, Öl auf Leinwand, 160 x 160 cm ![]() Gemeinsame Ausstellungseröffnung der Düsseldorfer und Kölner Galerien: Freitag, den 3.9.2010 von 18 22 Uhr Galerierundgang: Samstag, den 4.9.2010 von 12 20 Uhr Sonntag, den 5.9.2010 von 12 18 Uhr top home RAINER FETTING Brandung 7. Mai bis 24. Juli 2010 ![]() Einladungskarte: Vor rauher See (Sylt), 2009, Öl auf Leinwand, 230 x 250 cm Eröffnung am Freitag, den 7. Mai von 19 bis 21 Uhr Einführung: Dr. Mario-Andreas von Lüttichau, Museum Folkwang, Essen ....![]()
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Am 7. Mai präsentieren wir unsere erste Einzelausstellung mit neuen Bildern und Skulpturen von Rainer Fetting. Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Rückblick auf frühe Figurenbilder. Fetting, der mit Bernd Zimmer zu den international erfolgreichsten Künstler der „Jungen Wilden“ zählt, war schon in der Vergangenheit immer wieder in Ausstellungen der Galerie vertreten z.B. in „Malerei auf Papier“ 1984 und 2004 „Neue Figuration in den 80er Jahren“. Wir zeigen sechs Bronzeskulpturen, von denen einige 2008/09 in der Ausstellung im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen zu sehen waren und die im Werkverzeichnis dokumentiert sind: Die frühe große Plastik des „Young man reading“ von 1988/89, „Gravity Des“ oder „Stürzender I“ aus den Jahren 2005/6, oder die „Rückkehr der Giganten“ (Gauguin und van Gogh) von 2008. Erstmals zu sehen ist aber auch die neue farbig patinierte Bronze von Desmond als „Stürzender IV“, die frisch aus der Gießerei kommt. Den Hauptakzent bildet die Malerei. In spannungsvollem Kontrast sind Porträts und Landschaftsbilder von der Küste zu sehen. Die Porträts nehmen das Thema der Skulpturen im Medium der Malerei auf, sie sind im Wechselspiel mit dem Modell im Atelier als Inszenierungen entstanden. Die Reihe der „Cops“ greift noch einmal zurück auf Fettings Zeit in New York und spielt mit dem Requisit einer amerikanischen Uniformmütze. Fetting weist auf deren Bedeutung als Fetisch und die sexuelle Konnotation in der Schwulenszene ebenso hin wie auf seine bewusste Reaktion auf die deutsche Negativsicht von Uniformen. Die „Cops“ sind nicht politisch korrekt. In den Strandlandschaften (Kalifornien und Sylt) dagegen sind die Fluchträume des Städters zu sehen. Fetting wohnt seit 2008 wechselweise in Berlin und auf Sylt, wobei er das Raue und Weite der Nordsee als Naturerfahrung und als unmittelbares visuelles Erlebnis schätzt. Die Brandung wird in schnellem und spontanem Malen vor Ort ins Bild gesetzt, wobei man die Dynamik und Auflösung des Motivs in der Gischt und im Nebel bis zur Grenze an die Abstraktion in den Bildern findet. Diese ersten Bilder sind häufig Ausgangspunkt für die größeren und in langwierigem Malprozess entstandenen Atelierbilder. Nacht der Museen am Samstag, den 8. Mai 2010. Die Galerie ist von 19 bis 22 Uhr geöffnet. top home BERND ZIMMER Zweite Natur, Bilder 2008-2010 13. März bis 30. April 2010 ![]() Eröffnung am Samstag, den 13. März von 17 bis 19 Uhr Einführung: Dr. Volker Adolphs, Kunstmuseum Bonn ![]()
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Vor fast 30 Jahren startete die Galerie mit dem jungen „Berliner Wilden“ Bernd Zimmer ihr Programm. Ein wichtiger Impuls für die Spezialisierung der Galerie auf die Neue Figuration ging von der Berliner Ausstellung „Heftige Malerei“ im Haus am Waldsee aus. Bernd Zimmers Landschaftsbilder, darunter die legendären Rapsfelder und Apfelbäume waren im Oktober 1980 erstmals außerhalb Berlins in der Galerie Gmyrek zu sehen. Diese erste Ausstellung hatte bei Sammlern aus dem ganzen Bundesgebiet eine erstaunliche Resonanz und einen großen Erfolg. „Zweite Natur“ nennt Bernd Zimmer seine neuen Landschaften, die in den letzten beiden Jahren entstanden sind. Der Titel bezieht sich einerseits auf das Thema der neuen Bildreihe: Die Reflexionen. In den aktuellen Bildern spiegeln sich Waldstücke und dichter Uferbewuchs im Wasser, so dass sich immer wieder neue Variationen, Brüche und Doppelbilder ergeben. Mit den Waldstücken greift Zimmer nach der umfangreichen „Cosmos“-Reihe nun wieder ein Thema auf, das schon Mitte der 1980er Jahre eine große Rolle spielte, die Vertikale der Bäume. Durch die Spiegelungen und die neue malerische Souveränität in der Behandlung der Farbe gewinnen die aktuellen Bilder jedoch auch eine zusätzliche Reflexionsebene in der Frage nach der figurativen Malerei. „Zweite Natur“ bezieht sich insofern auch auf diese Erkundung der Möglichkeiten gegenständlicher Malerei. top home ART COLOGNE 2010 Am Dienstag, den 20. April 2010 beginnt die 44. ART COLOGNE mit der Vernissage (17 bis 21 Uhr). Von Mittwoch bis Sonntag, den 25. April können Sie die Kunstmesse von 12 bis 20 Uhr besuchen. Sie finden unsere Galerie zentral in der Halle 11.2, Stand D 10. ![]()
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In diesem Jahr zeigen wir wieder ausgesuchte Arbeiten unserer Künstler, darunter von Norbert Tadeusz das Schattenbild „Meleto“ aus der Bochumer Ausstellung des letzten Jahres. Das Bild war auf dem Katalogumschlag abgebildet. Von K.H. Hödicke zeigen wir ein älteres Bild, das deutlich den „gelernten“ Tachisten zeigt und ein großes neues Fußballbild. Von Bernd Koberling haben wir eine vom Künstler restaurierte „Überspannung“ aus den 60er Jahren dabei und neue Arbeiten. Von Krieg zeigen wir eine der letzten alten figurativen Arbeiten „Affe“ von 1978. Bernd Zimmer, der noch bis zum 30.4.2010 in der galerie eine Einzelausstellung mit neuen Bildern hat, ist sowohl mit einer Arbeit aus den 70er Jahren als auch mit neuen Landschaften vertreten. Rainer Fetting ist ebenfalls mit einem frühen Bild präsent, der „Figur im Strandkorb“, das in der großen Fetting-Monografie dokumentiert ist. Fetting werden wir anlässlich des 30. Jubiläums der Galerie ab 7. Mai erstmals in einer Einzelausstellung vorstellen. Von Miriam Vlaming haben wir zwei neue Mittelformate dabei und außerdem sind natürlich Arbeiten von Peter Bömmels, Bernd Finkeldei, Peter Chevalier, Stefan Stößel, Katja Pfeiffer und Robert Klümpen zu sehen Plastische Arbeiten: Johannes Brus hat zwei neue farbige Plastiken fertig gestellt, die an das Thema der letzten Einzelausstellung in der Galerie anschließen. Ein weiblicher Akt ist in Gegenüberstellung mit einer Collage „Hommage an Brancusi“ kombiniert. Von Rainer Fetting zeigen wir eine große Bronze „Young man reading“, die im Katalog der Bremer Ausstellung abgebildet ist. Zeichnungen, Gouachen und Aquarelle: Peter Bömmels, Peter Chevalier, Gotthard Graubner, K.H. Hödicke, Bernd Koberling, Markus Lüpertz, Bruce McLean, Norbert Tadeusz und Bernd Zimmer. Wir laden Sie ganz herzlich nach Köln ein und freuen uns auf Ihren Besuch an unserem Stand D 10. top home Stefan Stößel Monument Stilleben 22. Januar bis 6. März 2010 ![]() Eröffnung: Freitag, den 22. Januar 2010 von 19 bis 21 Uhr ein. ......![]()
Den Auftakt zu unserem 30. Jubiläumsjahr bildet eine Ausstellung junger Kunst. Stefan Stößel haben wir erstmals in der Gruppenausstellung „update.05“ mit Positionen zur Malerei aus Leipzig und Düsseldorf vorgestellt. Noch im selben Jahr 2005 haben wir eine größere Auswahl seiner Bilder in einer ersten Einzelausstellung im Studio präsentiert. Stefan Stößel, geboren 1970, gehört zu den interessantesten jüngeren Malern, die aus der Klasse von Arno Rink (HGB Leipzig) hervorgegangen sind. Als Assistent von Neo Rauch blieb er der Hochschule bis 2008 verbunden. Seine Arbeit zeichnet sich durch die „typische“ Leipziger Qualität der technisch virtuosen Malerei aus, die dem klassischen Stillleben und Trompe l’oeil völlig neue Qualitäten abgewinnt. Vorgefundenes Material der Gebrauchsgrafik wie bedruckte Verpackungskartons, Stoffmuster oder Werbeschriftzüge fließen in sorgfältig komponierte Stillleben ein, die sich gekonnt und reflektiert der Tradition des niederländischen Konstruktivismus bis zur Pop Art bedienen. Souverän spielen die Bilder auf diese Weise mit dem Verhältnis von Fläche und Raum. Die bisher monumentalste Arbeit aus dem Kontext der Verpackungskartonbilder „Calypso“ zeigen wir im Basement, während die neuesten Arbeiten den großen Galerieraum bestimmen. Von der minutiösen Wiedergabe der bedruckten Kartons ist Stößel - nicht zuletzt durch seine intensive Beschäftigung mit dem Medium der Druckgrafik seit 2006 zu einer groß-formatigen Flächenmalerei übergegangen. Farblich zurückgenommen und in klaren Kontrasten werden fast konstruktivistische Kompositionen gereiht, die sich erst auf den zweiten Blick als Fortsetzung des Themas „Stapeln“ entpuppen. Europaletten werden in hohe, teilweise recht fragile, Stapel geschichtet, so dass die Titel „Monument“ oder „Hybris“ den architektonisch konstruktiven Bezug ironisch gebrochen aussprechen. Ebenso können die Stapel durch eine imaginäre Explosion auseinander fliegen, so dass sich im ersten Moment eher an eine abstrakte Flächenkomposition nach suprematistischem Vorbild denken lässt. Diese augenzwinkernden Bezüge zur Kunstgeschichte und Werbe-grafik, zur Abstraktion und zum Realismus machen einen immer neuen Reiz im Werk von Stefan Stößel aus. top home
ROBERT KLÜMPEN Ich bring Frische 6. November 2009 bis 16. Januar 2010 ![]() Eröffnung: Freitag, den 6. November 2009 von 18 bis 21 Uhr Einführung: Dr. Stephan Mann, Museum Goch ......![]()
Wir freuen uns, Ihnen die erste Soloausstellung von Robert Klümpen in der Galerie Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf ankündigen zu können. Robert Klümpen (geb. 1973), der 2005 Villa Romana Preisträger war, gehört zu den interessantesten und profiliertesten Malern, die aus der Klasse von Dieter Krieg (Kunstakademie Düsseldorf) hervorgegangen sind. Während die Liebe zum großen Format, zur Figuration (mit ausgeprägtem Interesse an nicht malerischen Motiven) und zur ironischen Sicht bis heute seine Arbeit prägen, könnte seine Maltechnik in kaum größerem Kontrast zu Krieg stehen: Starke Hell-Dunkelkontraste und gezielte Komplementärsetzungen von Grün und Rot oder Blau und Orange in dünnflüssiger Acrylfarbe auf Nessel erzeugen zunächst eine Farb- und Lichtregie, die gänzlich unabhängig von den Lichtquellen ist, die das Bildmotiv zeigt. Keine Neonröhre oder Lampe könnte jedoch einen Ort so zum Leuchten bringen, wie es bei Robert Klümpen die Farbe tut. Selbst das Dunkel erstrahlt in matten Umbratönen. Diese fast barocke Wirkung der Nachtbilder korrespondiert mit der Inszenierung des Alltags in der Malerei. Seit seiner Studienzeit gibt es in Klümpens Bildern Orte, die sich an der Peripherie der Stadt finden, Karussells auf (temporären) Rummelplätzen, Kioske, oder wie man im Rheinland sagt „Büdchen“, Supermärkte der eher unspektakulären Art oder Vorstadtkneipen und Sexshops, in den neuesten Arbeiten Tunnel, Straßenecken und abgestellte LKW-Anhänger. Er verwandelt diese vertrauten, doch meist nur en passant gesehenen Ansichten der Städte zu Orten, die trotz der stets innewohnenden ironischen Brechung ein Versprechen enthalten. David Wagner hat zuerst darauf hingewiesen, dass der Nachtwanderer in Robert Klümpens Bildern ein „entfernter, städtischer Verwandter eines romantischen Wanderers“ (2003) sei und der Kunsthistoriker Bernd Finkeldey ergänzt, dass die wesentliche Erfahrung der Romantik bis hin zur Moderne, das Gefühl des Erhabenen, in der ironisch gebrochenen Bildwelt Robert Klümpens trotz allem präsent sei (2005). So scheint es nur allzu konsequent, dass Robert Klümpen sich in den letzten Bildreihen immer wieder dem romantischen Lieblingsmotiv zuwendet: der Landschaft. Auf den ersten Blick fantastisch, malerisch und romantisch sind die Bilder wie seine Stadtansichten durch einen ironisch gebrochenen Blick nicht nur auf das Motiv, sondern auf die ganze Motivgeschichte gekennzeichnet. Die neuesten Bilder gewinnen in den scheinbar vertrauten Spazierwegen durch den Wald eine malerische Freiheit und Abstraktion, die weit über das bisher erreichte Verhältnis zum Gegenstand hinausgeht. Öffnungszeiten der Galerie Wolfgang Gmyrek: Di-Fr. 11-18 Uhr, Sa 11-16 Uhr u.n.V. Die Galerie bleibt vom 24.12.2009 bis zum 2.1.2010 geschlossen. top home NORBERT TADEUSZ
Norbert Tadeusz (geb. 1940) gehört zu den wichtigsten Vertretern der figurativen Malerei in Deutschland nach 1945. Schon in den sechziger Jahren erarbeitete er sich in deutlicher Opposition zu seinen Lehrern Gerhard Hoehme und Joseph Beuys an der Düsseldorfer Kunstakademie einen Neuansatz der figürlichen Malerei, der maßgeblichen Einfluss auf die „Neue Figuration“ der achtziger Jahre nahm. Die Ausstellung „Dunkle Begleiter Schattenbilder 1965-2009“ stellt eines seiner wichtigsten Bildthemen werkübergreifend vor. Sowohl bei den Akten, den Interieurs oder den Cavalli als auch bei den typischen Tadeuszszenen spielt der Schlagschatten eine zentrale Rolle für die Bildkomposition. In den vergangenen 40 Jahren entstanden immer wieder neue, kompositorisch kühnere Schattenbilder: Schatten, die aus der Vereinigung eines Körpers mit einem Gegenstand entstehen, Körper und Räume, die durch Schattenraster zerteilt und gegliedert werden. Aus Knäueln von Pferden und Reitern generieren sich neue, nie gesehene Wesen, die an bedrohliche Gestalten aus Träumen erinnern. Zuletzt gibt es im Bild den Schatten des Malers selbst, der die oft dramatischen Atelierszenen als Zeichner oder Chronist betritt, oder der Schatten des Künstlers legt sich wie ein Geliebter sanft über das schlafende Modell. So gewinnt Tadeusz dem alten Thema von „Maler und Modell“ neue Spielarten ab. Die Ausstellung ist auch ein Gang durch seine Ateliers und die Erinnerung an Reisen nach Marokko, Mexiko, Frankreich, China und Italien. Man begegnet seinen Modellen und ausgesuchten Requisiten: einer Sammlung von Sitzmöbeln, Leitern, Seilen mit Ringen und Trapezen, exotischen Pflanzen und Gefäßen sowie einem schwarzen Flügel. Als sich jetzt die Möglichkeit bot, gemeinsam mit dem Kunstmuseum Bochum eine breite Auswahl von Schattenbildern aus den vergangenen 40 Jahren vorzustellen, haben wir gern die Gelegenheit ergriffen, diesem zentralen Thema im Werk von Tadeusz eine umfangreiche Ausstellung und eine Publikation zu widmen. Sie sollen gleichzeitig auch ein Dank für die 30-jährige Zusammenarbeit und eine Ehrung zum bevorstehenden 70. Geburtstag sein. Das Kunstmuseum Bochum zeigt parallel die Einzelausstellung „SCHATTEN. Bilder von NORBERT TADEUSZ“ vom 23. August bis 4. Oktober 2009. Zu den Ausstellungen erscheint ein gemeinsamer Katalog mit Texten von Jochen Hörisch, Wolfgang Gmyrek, Hans Günter Golinski und Beat Wyss im Kerber Verlag Bielefeld, der in der Galerie erhältlich ist. Katalog ![]() DÜSSELDORF COLOGNE OPEN 2009 Die Herbst-Eröffnung der Düsseldorfer und Kölner Galerien findet erstmals gemeinsam am ersten Septemberwochenende statt. An diesem Wochenende haben die Galerien verlängerte Öffnungszeiten: Freitag, 4.9.2009, 18 - 22 Uhr Samstag, 5.9.2009, 11 - 20 Uhr Sonntag, 6.9.2009, 12 - 16 Uhr top home JOHANNES BRUS Zwischenzustandsbericht: vorläufiger Zustand Skulpturen 19. Juni bis 30. August 2009 ![]() Einladungskarte:Atelier, 2009 · Fotografie: © Mick Vincenz, Essen Eröffnung am Freitag, den 19. Juni von 18 bis 21 Uhr Einführung: Peter Friese, Museum Weserburg ......![]()
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In den Sommermonaten zeigen wir neue Skulpturen von Johannes Brus parallel zur Einzelausstellung der Fotoarbeiten im museum kunst palast im Ehrenhof, Düsseldorf. Dort werden die farbig getonten Fotoarbeiten von den siebziger Jahren bis heute zum thematischen Schwerpunkt „Giving Picture for Trophy“ präsentiert. In der Galerie steht dagegen ein „Zwischenzustandsbericht“. Johannes Brus kommentiert den Titel selbst mit „vorläufiger Zustand“, womit gesagt ist, dass es sich nicht um die Ausstellung einer Bilanz oder abgeschlossenen Werkreihe handelt, sondern um ein Innehalten während des Arbeitsprozesses. Neben älteren Plastiken, die in neuer Fassung als Bronzeguss vorgestellt werden, sind neue, farbige Beton- und Gipsgüsse zu sehen. Wir zeigen neben Tierplastiken wie z.B. Löwe und Nashorn auch neue Figurenbilder. Johannes Brus hat über die Erweiterung der großen Gruppe der „Bildhauer“ hinaus die Arbeit an einem für ihn gänzlich neuen Thema aufgenommen: dem weiblichen Akt. museum kunst palast, Düsseldorf Johannes brus Giving Picture for Trophy Fotoarbeiten 30. Mai bis 30. August 2009 Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog im Kerber Verlag und ein Film von Ralph Goertz, Produktion Galerie Wolfgang Gmyrek, Düsseldorf. Die DVD „Johannes Brus ≤ ein Porträt“ ist in der Galerie erhältlich. top home BERND FINKELDEI unterwegs 27. März bis 13. Juni 2009 ![]() Einladungskarte: Ameisen überleben, 2009, Acryl auf Leinwand, 120 x 160 cm Eröffnung am Freitag, den 27. März von 18 bis 21 Uhr Einführung: Dr. Achim Sommer, Max Ernst Museum des LVR, Brühl Die Galerie Wolfgang Gmyrek zeigt den neuen Werkzyklus von Bernd Finkeldei. Der erste Eindruck überrascht durch ungewohnt geschlossene Landschaftsbilder, die keine Brechungen durch abstrakte Formen mehr aufweisen wie die vergangenen Werkgruppen. In der aktuellen Ausstellung „unterwegs“ dominieren auf den ersten Blick romantische Pfade durch Wälder oder steinige Wege im Gebirge. Stets wird die Illusion jedoch auf den zweiten Blick durch die Farbsetzung und räumliche Bildstruktur gestört. Die Bilder wirken merkwürdig aus der Atmosphäre und der Wirklichkeit gelöst durch einen extremen Farbentzug bis hin zur Monochromie oder s/w-Malerei auf der einen Seite, oder eine deutliche Farbsteigerung bis zur Signalwirkung auf der anderen Seite. Die Irritation befreit den Blick und öffnet die Sicht auf die symbolische Dimension der Wege Gedanken- oder Lebenswege. Finkeldei gibt durch die Bildtitel Richtungen und Wegweiser, wobei er sich einmal mehr als philosophisch und wissenschaftlich kenntnisreicher und reflektierender Maler erweist. So kann sich der Ausstellungstitel „unterwegs“ auf die Bildmotive beziehen aber auch auf Bernd Finkeldei selbst. Er hat noch einmal eine ganz neuen Form für seine Themen erarbeitet und den Dialog mit den gegenwärtig allenthalben sichtbaren Bildwelten der digital bearbeiteten Fotos aufgenommen und mit der romantischen Landschaftsmalerei zusammengebracht. Daraus ergeben sich bei Finkeldei jedoch keine glatten, dem Zeitgeist angepassten Illusionsbilder. Wie gewohnt arbeitet Finkeldei sehr gezielt an den Brüchen zwischen Erwartungshaltung und Sichtbarem, um in der Malerei seine Reflexionen sinnfällig zu machen und in der besten Tradition der Düsseldorfer Kunstszene den Bruch und die Irritation (die „Schockwirkung“) als Anlass zur intellektuellen Auseinandersetzung beim Betrachter zu setzen. Finkeldei selbst schreibt: „Die Gleichzeitigkeit von Gegensätzen ist in der Arbeit von Bernd Finkeldei vom Beginn in den 1970er Jahren an von entscheidender Bedeutung. Für ihn ist die Malerei der intellektuelle und sinnliche Ort, an dem Intention und Zufall, Sichtbares und Imaginiertes, romantische Ironie und Wissenschaftliches zusammen kommen und ein Bild werden.“ Die Galerie ist geöffnet: Dienstag bis Freitag von 11-18 Uhr und samstags von 11-16 Uhr. Die Lippische Gesellschaft zeigt eine Einzelausstellung von Bernd Finkeldei vom 29.3. bis 26.4.2009 im Schloss Detmold top home ART COLOGNE 2009 22.4. 26.4.2009 ![]() Einladungskarte: Jörg Immendorff, Solo (Selbstportrait), 1988 · öl auf Leinwand · 200 x 150 cm Unseren Stand auf der Art Cologne finden Sie: Halle 11.2, Stand Nr. 41 Standtelefon +49 221 28 44 333 täglich 12 - 20 Uhr Vernissage: 21.4. 2009, 17 - 21 Uhr top home MIRIAM VLAMING Habseligkeiten 30.1. 21.3.2009 ![]() Einladungskarte: Heuernte, 2008 · Eitempera und Öl auf Leinwand · 200 x 300 cm Eröffnung am Freitag, den 30. Januar von 18 bis 21 Uhr Einführung: Dr. Christoph Schreier, Kunstmuseum, Bonn Die Galerie Wolfgang Gmyrek beginnt das Jahr mit der zweiten Soloausstellung von Miriam Vlaming in der contemporary-Reihe. Seit der ersten Präsentation in „update.05“ hat Miriam Vlaming sehr erfolgreich ihren Weg von der Kunstakademie Leipzig in den professionellen Kunstbetrieb verfolgt. Nach Ausstellungen in Kunstvereinen läuft zur Zeit in der Kunsthalle Mannheim die erste Einzelausstellung im Museum mit umfangreichem Katalog. Vom Figurenbild ausgehend hat Miriam Vlaming in der letzten Ausstellung den Raum geöffnet und Landschaft als inneren Raum gezeigt. In den neueren Bildern wird diese Weite jedoch wieder zurückgenommen, denn als neues Motiv tauchen Interieurs oder Alltagsgegenstände in extremer Nahsicht auf. Es sind meist simple, aber sehr symbolträchtige Gegenstände des Lebens, wie Tisch, Bett und Kleidung, denen das Augenmerk gilt. In der aktuellen Ausstellung rücken Gebrauchsgegenstände, die einen persönlicheren, noch intimeren Charakter haben, in den Blick. Miriam Vlamings Bilder wirken jedoch zuerst durch ihre Farbigkeit, die sich am treffendsten als Farbraum beschreiben lässt. Die Künstlerin arbeitet mit selbst angerührter Eitemperafarbe, die durch gezielt gesetzte Kontraste von matter Tonigkeit bis zu größter Leuchtkraft reichen kann und einen Grundklang anstimmt. Erst auf den zweiten Blick löst sich das Motiv heraus. Der Gegenstand wird dabei nicht direkt abgebildet, sondern nach dem Prinzip des „Sampelns“, bei dem alte Fotos, Gesehenes, Erdachtes und Zitate eine enge Verbindung eingehen, suggestiv ins Bild gesetzt. Wie aus fernen Zeiten treten dem Betrachter Personen, Orte und Dinge gegenüber und rufen Erzählungen und Erinnerungen wach. In den neueren Bildern wird dies durch schriftliche Zitate im Bild noch unterstützt. „Das Geschreibsel“ ist jedoch nicht explizit, da es durch Verwaschung und Übermalung nur noch partiell lesbar ist. Was bleibt ist auch hier eine malerische, informelle Struktur, eine tachistische Anmutung und Andeutung. Schon bei den „Partikularen“, den letzten Bildern in der Mannheimer Ausstellung, die geklöppelte Spitzen zeigen, hat Vlaming der Oberflächenstruktur malerisch großen Wert beigemessen. In den neuesten Bildern hat sie ein anderes altes weibliches Handwerk, das Sticken, direkt in die Bildentstehung einbezogen und die Spur als Verletzung der Leinwand durch Nadel und Faden sichtbar gemacht. Diese Faszination für die Dinge des Menschen und das „Gemachte“ erweitern Vlamings Oeuvre sehr folgerichtig. Vlamings Bilder berühren den Betrachter stets durch ein Déjà-vu, das eigene Erinnerung und Assoziationen auslöst. Die persönlichen Geschichten und Erfahrungen des Menschen sind eingebunden in kollektive Erinnerungen, die Vlaming einbezieht. Ebenso wie Wald und Wasser nicht nur Orte, sondern Mythen heraufbeschwören, wohnen auch den „Habseligkeiten“ Erfahrungen und Geschichten inne, aber sie erklären sich nicht selbst. Sie können nicht herausgelesen, sondern nur erschlossen werden. Miriam Vlamings Einzelausstellung „You Promised Me“ in der Kunsthalle Mannheim ist noch bis zum 1.2.2009 zu sehen. Der Katalog ist im Kerber Verlag erschienen und kann in der Galerie erworben werden. top home AUSSTELLUNGEN 2008 BERND KOBERLING ZUM SIEBZIGSTEN Neue Bilder 28. November 2008 bis 24. Januar 2009 ![]() Einladungskarte: September und Schweigen, Oktober, 2006, Aquarell auf Bütten, 56 x 76 cm Ausstellungseröffnung am Freitag, den 28.11.2008 von 18 bis 21 Uhr Einführung: Dr. Tayfun Belgin, Karl Ernst Osthaus Museum, Hagen „Die Natur und das Volumen der Stille.“ Zum 70. Geburtstag des Malers Bernd Koberling Im November 1938 wurde Bernd Koberling in Berlin geboren, wo er auch den größten Teil seines Lebens verbrachte. Hier wuchs er im Labyrinth der Ruinen auf, die in manchen Bezirken der Stadt noch bis heute zu entdecken sind. Auf den sandigen Brachen und zwischen den ausgebrannten Häusern blühten Löwenzahn und Lilien. Er erlebte den Aufbau und die Teilung der Stadt, den Fall der Mauer und die Verschiebung des Zentrums nach Osten. Vor mehr als 40 Jahren begann er dann in dieser vom Krieg gezeichneten urbanen Situation die unberührte, fast menschenleere Natur des europäischen Nordens zu malen. Gewissermaßen als Antithese und Gegengewicht zu seinem Leben in der zerrissenen Großstadt wurde die Natur zur Quelle der künstlerischen Arbeit Bernd Koberlings. Reiste er seit 1959 zunächst in die Tundra Schwedisch-Lapplands, so verbringt er bis heute lange Zeiträume in Island. Kennen gelernt hat er die Insel 1977 durch eine Einladung Dieter Roths. Konsequent konzentriert sich Koberling seit den sechziger Jahren in seiner Malerei auf ein Thema: die Natur. Damit erreichte er für sich eine solitäre künstlerische Position, in der die unberührten Landschaften des Nordens zu einem Synonym für die Natur schlechthin wurden. Der Titel der Ausstellung „Moderne Peripherie“ von 1982 kann im Nachhinein als programmatisch für Koberlings Reflexionen über die Natur verstanden werden. Koberling studierte von 1958 bis 1960 an der HdK, Berlin. 1969 bekam er ein Stipendium für einen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom und 1970 den Preis der Deutschen Kunstkritik. Nach Gastprofessuren in Berlin, Düsseldorf und Hamburg, lehrt Koberling seit 1981 als Professor für Malerei zunächst an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg und seit 1988 an der Hochschule der Künste in Berlin. Den Beginn seines Werks markiert ein „Selbstporträt mit roter Anglerjacke“ von 1963: seine Entscheidung, sich gegen den Zeitgeist von Informell und Pop Art malerisch mit der Natur aus-einanderzusetzen. Die klare Absage an die damaligen „Kunstmoden“ war für Koberling eine Entscheidung, die bis heute Bestand hat. Schon seine erste Ausstellung in der legendären Selbst-hilfegalerie Großgörschen war ein Programm gegen den Zeitgeist. Ihr Titel „Sonderromantik“ könnte auch heute noch über den Ausstellungen seiner Naturkompositionen stehen. In den sechziger Jahren entstehen die „Überspannungen“: Die weiten, rhythmischen Bergformationen und die mäandernden Seen und Flusslandschaften werden in hohem Grade vereinfacht und stilisiert. Die Farbschichtungen werden durch das darüber gespannte Nessel und die Lichtfilterfolie malerisch zurückgenommen. Diese Folie zieht sich wie eine schützende Haut über die dargestellte Landschaft. Während die in der Villa Massimo entstandenen so genannten „Rom-Bilder“ (1968) kurz die politische Situation reflektieren, stellen die nachfolgenden „Malwasser-Bilder“ (1970) einen Wendepunkt in Koberlings Malerei dar. Sie bedeuten die Entdeckung des Liquiden, Zufälligen und Malerischen, eine Abkehr von der klaren ästhetischen Landschaftskonstruktion. In den achtziger Jahren stehen plötzlich Lebewesen im Zentrum der malerisch freien und pastosen Ölbilder: „Strandarbeiter“, „Kormorane“ und „Wale“. Es sind expressive, figürliche Bilder, in denen Küsten und vulkanische Landschaften zu Projektionsflächen existentieller Fragen werden. Die menschliche Figur wird in den späten achtziger Jahren wieder vollständig zurückgenommen und Koberling konzentriert sich fortan ganz auf die biomorphen Konstruktionen der Natur. Die karge Landschaft Islands bietet zwischen Wasser, Bergen und Himmel weite, offene Räume. Der Horizontlinie, die erstmals in den balkentragenden Strandarbeiter-Bildern auftaucht, begegnet man nun in den großen Panoramen der „Landlinien“ wieder. Als die großen Naturbilder der Nahsicht auf die Strukturen des Mikrokosmos weichen, füllt sich der Bildgrund mit Beeren und Blumen, mit Fischlaich und Moorvegetation. Diese Gegenständlichkeit ist stark abstrahiert und mit wenigen Farbakzenten belebt. Die Motive treten zurück, sie werden immer mehr reduziert und Inhalt und Komposition verwandeln sich in kontemplative Tafelbilder. Nun wird die sich ständig durch Wetterwechsel und Vegetation verändernde Landschaft zum Bildthema. „Es ist nicht die unermessliche Weite oder die Dynamik der isländischen Landschaft, der seine Aufmerksamkeit gilt, sondern ihre unzähligen Einzelheiten sowie die Veränderungen der arktischen Vegetation und des Klimas. […] Wenn sich die Natur seinem Gedächtnis vollkommen eingeprägt hat, übersetzt Koberling das wesentliche seiner Erfahrung in eine Poesie der Farben, indem er seine Gefühle für die Natur nicht beschreibt, sondern ausdeutet.“ (Bera Nordal) Mitte der neunziger Jahre entdeckt Koberling das Aquarell für seine Arbeit. Seitdem entstehen in Island große Zyklen aquarellierter Blätter unmittelbar in der Natur. Sie bilden den Fundus für die malerischen Reflexionen im Berliner Atelier. Die neue Technik führt zu einem neuen malerischen Konzept: Die freien Papierflächen zwischen den fließenden, transparenten oder dichter aufgetragenen Farbinseln gewinnen eine eigene Qualität, die Koberling nutzt, um eine ganz neue Werkreihe zu beginnen. Anlass war der Auftrag, 1999 das Casino des Bundesjustizministeriums in Berlin künstlerisch so zu gestalten, dass der sichtbare Außenraum und der Innenraum in Verbindung treten. Gegeben war eine lange geschwungene Wand, für die eine biegsame Bildfläche geschaffen werden musste. Hierfür entwickelte Koberling eine neue Maltechnik: Auf mehrfach grundierten Dibond-Aluminiumplatten „vermalte“ er stark verdünnte Acrylfarbe. „Die opak gemalten, expressiven Gemälde der achtziger Jahre entwickeln sich so zu einer beinahe aquarellhaft, hoch transparenten Form der Malerei, die mit ihrem luziden Charakter die Vorstellung schwebender Leichtigkeit evoziert.“ (Ernst Gerhard Güse). Die Arbeiten, die er zunächst „Farbfluss“ nennt, lassen auch kompositorisch neue Ansätze erkennen. Man denkt an Tuschpinselmalerei in der Tradition asiatischer Landschaftsmalerei, in der es auch eine vergleichbare Bedeutung der unbemalten Flächen und die Offenheit der Komposition zum Bildrand gibt. Die Bilder sind abstrakter, durchleuchteter und transparenter als alle Werkreihen zuvor - Momente verhaltener Stille. Sie verweisen auf Kosmisches, auf die Natur als Ganzes. Während Koberling in großen Städten wie Berlin, Hamburg und Düsseldorf lehrte und lebte, blieb sein Blick doch offen für die Natur in allen ihren Formen. Er näherte sich ihr in immer neuen authentischen Begegnungen mit der Landschaft. Bernd Koberling hat mit seinen Bildern und seiner Auffassung von Landschaft und Natur einen wesentlichen und originären Beitrag zu einer neuen Sicht der Natur in der zeitgenössischen Kunst geleistet. Koberlings Werk wurde in einer Vielzahl von Einzelausstellungen gewürdigt: 1981 im Berliner Haus am Waldsee, 1991 in der Kunstsammlung NRW Düsseldorf, 1994 „Figur-Natur“ im Sprengel Museum Hannover, 2001 mit den Retrospektiven in Malmö, Reykjavik und Saarbrücken und 2007 durch die Ausstellung „Volumen der Stille“ in der Altana Kulturstiftung, Bad Homburg. Zu allen Ausstellungen erschienen umfangreiche Kataloge. International bekannt wurde Koberling z.B. durch seine Teilnahme an wichtigen Ausstellungen wie „A New Spirit in Painting“ in London, „Zeitgeist“ in Berlin, „Origin y Vision“ in Madrid, Barcelona und Mexico City, „La Metropole Retrouvée“ in Brüssel, „BERLINART“ in New York und San Francisco, „German Art in The 20th Century“ in London und Stuttgart, „Refigured Painting. The German Image 1960-1988” in New York, Toledo, Düsseldorf und Frankfurt, „Deutschlandbilder“ in Berlin, “Outlook” in Athen u. a. © Wolfgang Gmyrek Düsseldorf, Oktober 2008 top home BRUCE McLEAN black bougainvillea new paintings and prints 5. September bis 22. November 2008 ![]() Einladungskarte: Black Bougainvillea, 2008 · Acryl und Öl auf Leinwand · 225 x 200 cm Eröffnung am Freitag, den 5. September von 18 bis 21 Uhr Einführung: Jan Hoet, MARTa Herford Die Galerie Wolfgang Gmyrek zeigt zum Auftakt des diesjährigen Kunstherbstes die sechste Einzelausstellung des britischen Multimedia-Künstlers Bruce McLean. In den vergangenen zehn Jahren hat sich McLean in Zusammenarbeit mit einigen wichtigen britischen Architekten wie William Alsop und Sir Norman Forster auf architektur-und landschaftsbezogene Arbeiten konzentriert. Seit zwei Jahren sind jedoch wieder vermehrt Leinwandarbeiten und Druckgrafiken entstanden. Die neue Werkgruppe „black bougainevillea“ wird jetzt erstmals in Düsseldorf präsentiert 40 Jahre nach seiner ersten Ausstellung in Düsseldorf bei Konrad Fischer. McLean kam 1981 über ein DAAD-Stipendium nach Berlin, das damals mit einer pulsierenden Szene zur neuen Malereihauptstadt wurde. Obwohl McLean schon Jahre zuvor als Performance-Künstler und Bildhauer großformatige farbige Zeichnungen geschaffen hat, erfolgte erst in Berlin der Wechsel zum Medium Malerei auf Leinwand. Nach der Teilnahme an den epochalen Ausstellungen A NEW SPIRIT IN PAINTING und ZEITGEIST, folgten Präsentationen auf der documenta 7 in Kassel und in vielen internationalen Museen. Charakteristisch ist, dass auch weiterhin in seinen Bildern stets Requisiten und Räume die darstellende Kunst und die Architektur mitreflektieren. Die neuen Arbeiten, zeigen McLeans typische Handschrift, bei der figurativ-vegetative Motive in starken Farben und malerischem Duktus neben konkreten geometrischen Bildflächen stehen. Die Bilder zeigen ein südliches Gartenszenario, wobei das Licht nicht mediteran ist, sondern an einen dunklen Bühnenraum mit punktueller Beleuchtung denken lässt. Die Szene ist ohnehin keine Impression, sondern klar strukturiert mit flächigem Bildaufbau. In den Kompositionen werden verschiedene Spannungsmomente sichtbar. Licht und Dunkel, Farbe und Nicht-Farbe (Schwarz und Grau), Raum und Fläche, Vegetation und Konstruktion die bei Bruce McLean am ehesten an die moderne Architekturtradition denken lässt werden in unterschiedlicher Intensität gegeneinander gesetzt und ausgewogen. Der Mensch ist, wenn überhaupt im Bild, eher Statist und als Figurine vorhanden, obwohl die sichtbare Umgebung eine ausdrücklich vom Menschen geschaffene und gestaltete ist und nicht „Natur“ meint. Die Ausstellung ist zu sehen vom 5. September bis 25. Oktober 2008 English top home PETER BÖMMELS Von der notwendigen Erwärmung des Winkels Bilder, Bronzen, Zeichnungen 2005-08 13. Juni bis 9. August 2008 - Verlängert bis zum 30. August 2008 ![]() Einladungskarte: Zampanos Einfalt, 2006, Öl auf Leinwand, 110 x 160 cm Eröffnung am Freitag, den 13. Juni von 18 bis 21 Uhr Einführung Dr. Hubert Winkels, Düsseldorf Nach der ersten Einzelausstellung von Peter Bömmels in der Galerie Wolfgang Gmyrek vor vier Jahren werden die seitdem entstandenen Arbeiten in einer Einzelausstellung, die bis zum Herbst zu sehen ist, präsentiert. Bekannt wurde Bömmels Anfang der 80er Jahre mit dem furiosen ersten Auftritt der Kölner Künstlergruppe Mülheimer Freiheit, die er mitbegründete. Seitdem hat er einen eigenen Stil erarbeitet, der vieles der wilden Malerei der frühen 80er Jahre verdankt, aber seit langem weit darüber hinausgeht. War zunächst die expressive und pastose Malspur mit kräftigen, starken Farben ebenso bedeutend wie surreale und erzählerische Momente des Bildinhalts, so sind in den neunziger Jahren die Farben und der Malduktus mehr und mehr zurückgenommen worden. Erst in seinen neuesten Bildern gewinnt die Farbe wieder an Bedeutung. Die Ausstellung umfasst drei Werkgruppen, welche die Entwicklung der letzten Jahre charakterisieren: Leinwandbilder, Papierarbeiten und Skulpturen. In seinen neuen Bildern gibt Bömmels der Farbe neuen Spielraum, wobei lichte Töne in lasurartiger Malerei überwiegen, oft im Kontrast zum Sujet. Charakteristisch bleibt die verrätselte, manchmal emblematisch oder symbolisch anmutende Auffassung der Figuration. Nie restlos zu entschlüsseln und doch höchst mitteilsam, erzählen die Bilder von zwischenmenschlichen und erotischen Beziehungen, von unerfülltem Verlangen und der Einsamkeit der Zweisamkeit. Bazon Brock hat schon früh auf die stark erzählerische Komponente der Bilder hingewiesen. Dieses Verfahren einer persönlichen Bildsprache, welches das gesamte Werk durchzieht, wird bis heute beibehalten. Es fehlt jedoch die Möglichkeit der Aufschlüsselung durch verbindliche Theoreme. Zu persönlich sind die Verknüpfungen, zu subtil und von sehr eigenem (manchmal recht schwarzem) Humor die Aussage, als dass sich eine schnelle Decodierung festschreiben ließe. In den neuesten Arbeiten wird insbesondere die Rolle und das Bild des Künstlers „verdichtet“. Annelie Pohlen hat in ihrer Monographie im Kunstforum International diese Bildgruppe besprochen: „Ein Bild ist immer auch die Geschichte der Entstehung und Platzierung seiner Figuren in unablässig verschobenen Flächenräumen, in denen die Versuche der Transgression zur gemein schönen Selbstreflexion mutieren.“ Als Beispiel nennt sie u.a. das Motiv der Einladung. „Derart schmerzlich-schöne Verdichtungen des Künstler-Selbst-Bild-Begriffs finden Halt in einer Komposition, die jedem existentiell überhöhten Pathos in einem - auch - für sich selbst gültigen Zusammenspiel ihrer durch die Malerei ‚chiffrierten’ Teile widersteht.“ Lit.: Annelie Pohlen: Peter Bömmels. Hart bleiben beim Weichwerden, in: Kunstforum Internationalbd.186, 2007, S. 280 295. Die Ausstellung ist zu sehen Di bis Fr von 11 bis 18 Uhr und Samstags von 11 bis 16 Uhr. Text von Dr. Hubert Winkels zur Ausstellung (als PDF): ![]() top home KATJA PFEIFFER r o h s c h n i t t 11.04. ≤ 24.05.2008 contemporary | galerie wolfgang gmyrek top home K.H. HÖDICKE KOHLE 75-82 8. Februar bis 5. April 2008 ![]() Einladungskarte: Rock ‘n’ Roll, 1979 · Kohle auf Papier · 86 x 61 cm . Eröffnung am Freitag, den 8. Februar von 18 bis 21 Uhr Einführung: Prof. Dr. Beat Wyss, Stuttgart Im Februar feiert der Maler K.H. Hödicke seinen 70. Geburtstag. Aus diesem Anlass lenken wir den Blick mit der Ausstellung KOHLE 75/82, auf das zeichnerische Werk Hödickes. KOHLE 75/82 ist die 18. Einzelausstellung in der 25-jährigen Zusammenarbeit der Galerie mit dem Künstler, die mit der Ausstellung Standbilder im Januar 1983 in der Mutter-Ey-Strasse begann. Für unsere Ausstellung hat K.H. Hödicke 88 Kohlezeichnungen aus der Zeit von 1975 bis etwa 1982 zusammengestellt. Das gesamte Spektrum von treffsicherer, rascher Skizze bis hin zu expressiven Hell-Dunkel modulierten Bildern ist vertreten. Thematisch spiegeln die Zeichnungen in großartigen Stadtlandschaften Berlin wider: Der Blick aus dem Atelier im Dessauer Turm auf die Mitte Berlins, aber auch Blätter aus der Perspektive des Passanten und nächtlichen Flaneurs. Der zweite Schwerpunkt sind die Interieurs, die vom klassischen Atelierbild, Maler- und Modellszenen, bis hin zu sehr privaten Skizzen aus dem Alltag reichen. Diesen Großstadtbildern stellt Hödicke (in der Tradition der klassischen Moderne) Blätter aus unberührten Landschaften des Nordens, wie Lappland, und dem Sehnsuchtsort Südsee, wie Thailand, gegenüber. Bei Hödicke wird dieses Programm jedoch in seinem unverwechselbaren, unmittelbaren Strich aus ironisch gebrochener Sicht gegeben. Hödicke gehört seit mehr als 40 Jahren zu den einflussreichsten deutschen Malern, der die Berliner Kunstszene entscheidend mitgeprägt hat: 1964 als Gründungsmitglied der legendären Selbsthilfegalerie "Großgörschen 35", von 1965 bis 1976 als Künstler der Galerie René Block ("Kapitalistischer Realismus") und von 1974 bis 2006 als Professor für Malerei an der HdK (jetzt UdK) in Berlin. Zur Ausstellung haben wir im Kerber Verlag ein Künstlerbuch herausgegeben, in dem alle 88 Zeichnungen abgebildet sind. Hödickes großformatige Kohlezeichnungen werden damit erstmals publiziert. Durs Grünbein, Jochen Hörisch und Beat Wyss haben Texte beigetragen. Zusätzlich erscheint eine Collector’s Edition mit einer farbigen, vom Künstler signierten und nummerierten Offsetlithographie zum Preis von 280 Euro. Die Auflage ist limitiert auf 50 Exemplare + 5 Künstlerexemplare. top home AUSSTELLUNGEN 2007 BERND FINKELDEI Haar der Berenike 30. November 2007 bis 2. Februar 2008 ![]() Abb.: Widder, 2007, Acryl auf Leinwand, 100 x 215 cm Über den Jahreswechsel zeigt die Galerie Wolfgang Gmyrek neue Bilder von Bernd Finkeldei, dessen Arbeit und Entwicklung sie seit zwanzig Jahren kontinuierlich vorgestellt hat. Die Werkgruppe Haar der Berenike setzt nach den Schnitt-Bildern neu an. Zunächst scheint das gegenständliche Bildmotiv in den neuen Arbeiten nicht gestört. Die farbstarken Blütenkaskaden wirken allerdings nicht illusionistisch, da ihnen jede Verortung im Landschaftsraum fehlt. Sie schweben und hängen vor dunklem Bildhintergrund merkwürdig isoliert. Die Betrachterillusion wird zusätzlich durch als runde „Löcher“ wahrgenommene Partien in Schwarz oder Weiß gestört. Die Formationen entschlüsselt Finkeldei im Bildtitel, der die geometrischen Flächen als Sterne und Sternbilder bezeichnet. Thematisch umkreist Finkeldei das Thema Licht und Schatten, wobei Inbegriff des Lichts und der Farbe die prächtigen Goldregendolden und Blütenteppiche sowie die Sterne vor dem Nichts, dem Dunkel sind. Im Bild wird das vielschichtige Verhältnis von Farbe und Komplementärfarbe, von Licht und Dunkel vielschichtig durchgespielt und in einer komplexen Komposition verwoben. Bernd Finkeldei studierte von 1971 bis 1977 an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. 1977 gründete er mit anderen Künstlern die Gruppe Axiom, die zu den frühen Bewegungen für eine neue gegenständliche Malerei zählt. Parallel zur neuen expressiven Malerei entwickelt Finkeldei in diesem Kontext seine eigenständige Position der Malerei. Er hat sich unabhängig gemacht von der Konjunktur der Malerei im Kunstbetrieb, ob expressiv oder analytisch, ob figurativ oder abstrakt. Er sieht ihre Berechtigung und Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft, worin er gerade durch die junge Kunstszene, in der Malerei wieder eine wesentliche Rolle spielt, bestätigt wird. top home 7.9. 24.11.2007 Link zur Ausstellung update.07 top home SUMMERTIME ACCROCHAGE In diesem Sommer präsentieren wir kleine und größere Meisterwerke aus unserem Bestand: Bilder, Skulpturen, Zeichnungen, Aquarelle und Gouachen von Künstlern aus unserem Programm ANZINGER | BASELITZ | BRANDT | BRUS | CHEVALIER | ESSER | FETTING | FINKELDEI | GRAUBNER | HÖDICKE | IMMENDORFF KLAPHECK| KLÜMPEN | KOBERLING | KRIEG | LÜPERTZ | McLEAN | MIDDENDORF | TADEUSZ | VÖLKER | ZIMMER wir bieten Ihnen einen individuellen Termin für Besichtigung und Führung gern auch mit Ihren Freunden und Bekannten durch unsere Sommer Accrochage an. top home JOHANNES BRUS Skulpturen und Zeichnungen 14. April bis 9. Juni 2007 ![]() Abb.:: Nashorn, 2007, Bronze, ca. 346 x 170 x 116 cm (Foto: Mick Vinzenc ©) Die Galerie Wolfgang Gmyrek zeigt eine Einzelausstellung mit großen Skulpturen und Zeichnungen von Johannes Brus. Die letzte Einzelausstellung mit Skulpturen von liegt fast drei Jahre zurück. Neben einer großen Reiterfigur und einem Elefantenkopf haben zwei überlebensgroße sitzende Figuren die Ausstellung bestimmt. Diese zwei sollten von Anfang an Teil einer größeren Figurengruppe werden, die nun abgeschlossen ist. In dieser Ausstellung können die „Bildhauer“ (2004-2006) komplett präsentiert werden, wobei die Gruppe erstmals im letzten Herbst in der großen Einzelausstellung im Gerhard-Marcks-Haus in Bremen, dem führenden Museum für Bildhauerei in Deutschland, zu sehen war. Seit den achtziger Jahren tauchen die „Bildhauer“ als suchende, beobachtende, konzentrierte männliche Figuren auf. Nichts scheint die Betonplastiken als Bildhauer auszuweisen, sie sind als am Boden sitzende Einzelfiguren ausgeführt. Jede Figur verkörpert einen anderen Modus des Sitzens (ein im Werk von Johannes Brus neues Thema): Während einige Figuren ganz in sich ruhen, scheint eine andere im Begriff sich zu erheben, besitzt ein offeneres, dynamischeres Element. Vorherrschend ist jedoch der Eindruck des In-sich-gekehr-ten, einer gelassenen Konzentration. Es gibt keine Kommunikation, weder mit dem Betrachter noch innerhalb der Gruppe, die ohnehin nicht als Zirkel, sondern auf eine gemeinsame Blickrichtung ausgerichtet ist. Vieles bleibt deutungsoffen wie einzelne überraschende Details, allein durch die Bezeichnung der Figuren als „Bildhauer“ wird das Thema als (Selbst-)Reflexion über das Kunstschaffen erkennbar. Die Köpfe „Für Franzosen unnachahmlich“ (2006) sind aus der Gruppe der Bildhauer entwickelt und variieren ebenfalls ein klassisches Thema der figürlichen Plastik, das im Oeuvre von Brus jedoch neu ist. Außerdem wird eine neue Großskulptur von Johannes Brus, „Weißes Nashorn“ erstmals präsentiert. top home BERND KOBERLING Bilder 04-07 2. Februar bis 7. April 2007 ![]() Abb.: Bernd Koberling im Gespräch mit Leiko Ikemura vor dem Bild "Das momentane Stillstehen der Kieselsteine im Flug Nr. 7", 2005/06, Acryl, Kreidegrund auf Aluminium, 3-teilig je 270 x 150 cm (Foto:© Philipp von Matt) Die Galerie Wolfgang Gmyrek zeigt zum Jahresbeginn eine Einzelausstellung mit Bernd Koberlings neuen Bildern. Im großen Galerieraum werden sieben Tafeln aus dem Werkzyklus „Das momentane Stillstehen der Kieselsteine im Flug“ von 2005/6 zu sehen sein. Bernd Koberling, den die Galerie seit langem vertritt, hat in den 80er Jahren als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Figuration eine besondere Position in der Berliner Kunstszene eingenommen. Er ist bis heute Berliner aber sein künstlerisches Werk spiegelt nicht die Großstadt, sondern basiert auf der Erfahrung, Faszination und Achtung vor der Natur. Die Landschaft Nordeuropas und in den letzten Jahren insbesondere Islands war ihm stets ein zweiter, für seine Malerei wichtiger Lebensraum. Die neuen Arbeiten spiegeln diese Auseinandersetzung mit der Natur ebenso wie die Arbeiten der 80er und 90er Jahre, jedoch wesentlich abstrakter und in einer neuen Maltechnik: Koberling hat um 2000 eine transparente jedoch farbstarke Acrylmalerei entwickelt auf Aluminiumplatten als Bildträger. Ulrich Krempel hat in seiner Laudatio auf Bernd Koberling zum Fred-Thieler-Preis im letzten Jahr die entscheidende Entwicklung und Erneuerung im Werk Koberlings formuliert: „Die große Farbigkeit der 80er Jahre weicht zu Beginn der 90er Jahre einer freiwilligen Reduzierung. […] Die letzten fünfzehn Jahre der Malerei Koberlings zielen auf eine grundsätzliche Vereinfachung und Reduzierung in der künstlerischen Formulierung. Auch wenn sich immer wieder Arbeiten realisiert finden, die dem horror vacui verpflichtet sind, Bilder, in denen die gesamte Fläche in intensiver Farbigkeit besetzt wird, so ist doch das Weglassenkönnen, das Reduzieren, das wie von ungefähr Setzen einzelner Formationen, Bild- und Formbewegungen das, was Koberlings Arbeiten in diesen Jahren ausmacht. Der Füllung des gesamten Bildfeldes entgegen stellt sich in seinen ‚leeren’ weißgrundigen Bildern die Rhythmisierung einzelner Ereignisse auf dem Bildfeld, eine Verfahrensweise, die mit den Erfahrungen des Aquarells zu tun hat, mit der Bewältigung des weißen Bildgrunds, mit der saugenden und lähmenden Leere, die vor jedem Beginn des Malens steht.“ Im Basement stellt Bernd Koberling Aquarelle aus dem Zyklus „Steiniger Weg“ aus, die in einem wunderschönen Künstlerbuch im Richter Verlag Düsseldorf publiziert wurden. Bera Nordal weist auf die Bedeutung der Papierarbeiten, die in der Natur, im direkten Austausch mit der gewaltigen Landschaft Islands während langer Arbeitsaufenthalte im Sommer entstehen, hin. „Erst in Island hat Bernd Koberling damit begonnen, Aquarelle zu malen; nur hier benutzt er diese Technik. Anfangs unterschieden sich diese Arbeiten auf Papier deutlich von seinen Bildern, doch allmählich wurden sie ein wichtiger Bestandteil seines künstlerischen Ausdrucks. Sie haben seine Bilder verändert, die zu Metamorphosen seiner Aquarelle geworden sind.“ top home AUSSTELLUNGEN 2006 PETER CHEVALIER tropfenschwer 17. November 2006 bis 27. Januar 2007 ![]() Abb.: Ohne Rauch, 2006, Öl auf Leinwand, 198 x 138 cm Nach unserer Gruppenausstellung zur Quadriennale "BODY SCENES" setzen wir unser Programm mit zwei Einzelausstellungen fort. Im großen Galerieraum werden die neuen Bilder und Papierarbeiten von Peter Chevalier gezeigt und in unserer Reihe der jüngeren Künstler stellen wir parallel Verena Landau erstmals vor, die als Leipziger Künstlerin bei der Ausstellung [update.05] vertreten war. Schon seit Anfang 1982 ist Peter Chevalier mit seinen Bildern und Zeichnungen ein fester Bestandteil des Galerieprogramms. Als Einzelgänger wurde er in den 80er Jahren mit figurativen, meist dunkelfarbigen Gemälden bekannt, die die Tradition des Surrealismus mit sehr persönlichen Motivzyklen aufnahmen. In den neunziger Jahren sind seine Arbeiten abstrakter und heller geworden. Chevalier hat diese Entwicklung konsequent weiterverfolgt. Die inhaltlichen Bezüge sind im Vergleich zu den älteren Arbeiten sehr zurückgenommen zugunsten atmosphärisch dichter Landschaften. Sie zeigen deutlich Chevaliers lange Erfahrung und seine Qualität als Maler. Erinnerungen an Kreaturen und Naturräume scheinen noch auf, treten aber vor dem Bild als souveräner Malerei wieder zurück. Die lichten Kompositionen bleiben freier und offener und lenken die Konzentration auf die farbliche Nuancierung und den räumlichen Eindruck. top home BODY SCENES 1. September bis 11. November 2006 ![]() Ausstellungsansicht BODY SCENES 2006 v.l.: Bernd Finkeldei, La Belle Jardinière, 2004, Acryl auf Leinwand, 215 x 160 cm Konrad Klapheck, La bouteille de vin, 2004, Acryl auf Leinwand, 120 x 87 cm Johannes Brus, o.T. (Tibetanische Reiter), 2001, Gipsguß farbig gefaßt, 110 x 110 x 60 cm; Kapitell: 54 x 85 x 85 cm, Unikat K.H. Hödicke, Via del Corso (Elvira), 1982, Kunstharz auf Nessel, 230 x 170 cm Johannes Brus, o.T. (Bildhauer), 2006, Betonguss, ca. 43 x 40 x 40 cm, Kapitell: 46 x 60 x 60 cm Norbert Tadeusz, Graues Atelier, 1985, Öl auf Leinwand, 300 x 425 cm K.H. Hödicke, Mütter, 1991, Kunstharz auf Leinwand, 190 x 260 cm Der Herbst steht in der Kunststadt Düsseldorf unter dem Zeichen der Quadriennale, die in diesem Jahr erstmals viele Kulturinstitute mit einem sehr ambitionierten Programm zum Thema „Der Körper in der Kunst“ verbindet. Die Galerie Wolfgang Gmyrek zeigt in einer Gruppenausstellung „Body Scenes“, die Rückkehr des menschlichen Körpers in der Malerei der späten 70er und 80er Jahre. Mit ausgewählten Bildern und Skulpturen von Hödicke und Koberling, Attersee, Baselitz und Lüpertz, Bömmels und Dokoupil, Fetting, Chevalier, McLean, Middendorf und Zimmer, Brus, Krieg, Tadeusz, Finkeldei und Völker wird die Befragung des Menschenbildes in der Neuen Figuration in den Mittelpunkt gestellt. Hier wird das Bild vom Menschen zur Folie postmoderner Rollen und Modelle. Bei Bernd Koberlings „Spannweiten“-Zyklus verschmilzt die menschliche Figur mit dem Bild des Kormorans, wird zum Teil einer wilden und ursprünglichen Natur und damit selbst zum mythischen Wesen. Bei K.H. Hödickes „Via del Corso“ hingegen begegnet uns der Großstadtmensch als gestylte Person on stage. Bei Helmut Middendorf und Rainer Fetting hingegen werden ganz direkt Rollenmodelle im Bild durchgespielt. Immer wieder sind es neben den „Großstadteingeborenen“ die Künstlermythen, die im Selbst- oder Figurenbild durchgespielt werden. Die Befragung des Standorts in der Gesellschaft und die Frage nach der eigenen Identität stehen immer wieder im Mittelpunkt. Exemplarisch seien hier die Werke von Peter Bömmels, „Chimère Réelle“ von Bernd Finkeldei und „Der Wanderer“ von Peter Chevalier genannt. Eine existentiellere Sicht auf den menschlichen Körper steht hinter den Bildern von Lüpertz und Krieg: In dem mit „Irrlicht“ betitelte Knochenbild von Markus Lüpertz und in den Bildern „Toupet“ oder „Stock“ von Dieter Krieg wird die Verletzlichkeit und Versehrtheit des Menschen thematisiert. Unter Abwesenheit des Körpers tritt hier die Körperlichkeit des Menschen besonders deutlich in Erscheinung. top home K.H. HÖDICKE no sports nur farbe 12.Mai bis 15. Juli 2006 ![]() Ausstellungsblick: K.H. Hödicke, o.T., 2006, Kunstharz auf Leinwand, je 80 x 100 cm Die neue Werkreihe umfasst überwiegend Bilder von Fußballspielen ergänzt um einige Eislauf-szenen. Schnell wird jedoch der Vermutung, die Ausstellung könnte eine Einstimmung in die Begeisterung für die bevorstehende WM sein, von Hödicke der Verweis „no sport nur farbe“ entgegengehalten. Es geht ihm wie stets vor allem um Malerei und um die Möglichkeit mit dünnflüssiger Kunstharzfarbe, Pinsel und Rakel faszinierende Bilder im Grenzbereich von Figuration und Abstraktion zu erzielen. Das Wiederauftauchen der Figur in der Malerei Hödickes ist in erster Linie der medialen Präsenz des Sports zu verdanken, zumal die Sportler weniger an Personen als an Icons erinnern, ähnlich den Ampelmännchen in seinen Bildern der 90er Jahre. Immer deutlicher verlagert sich Hödickes Interesse in den letzten Jahren auf die Verarbeitung von Bildern aus den Medien, vor allem des Fernsehens. Der Blick aus dem Atelierfenster wird immer mehr durch den Blick ins „Fenster zur Welt“ abgelöst. Zur Ausstellung erscheinen zwei neue Editionen mit farbigen Siebdrucken in einer Auflage von 30 Exemplaren. top home GÜNTER HAESE Plastiken 1965 - 1999 12. Mai bis 15. Juli 2006 ![]() Ausstellungsblick v.l.: Günter Haese, Sunset 2004/05, Messing und Phosphorbronze, 39 x 51 x 51 cm Günter Haese, Tantra, 1976, Messing und Phosphorbronze, 48 x 35 x 16 cm Basement: Günter Haese Plastiken 1965 -1999 Im Basement zeigen wir eine ausgewählte Rückschau auf einen der bekanntesten deutschen Kinetiker: Günter Haese. Seine filigranen Drahtplastiken wurden vor rund 40 Jahren in der Kunsthalle Düsseldorf gezeigt. Es war die letzte Einzelausstellung von Haese in Düsseldorf, wo er bis heute arbeitet. In diesem Sinne ist unsere Ausstellung als Hommage an Günter Haese zu verstehen, der vermutlich in Paris präsenter war als in Düsseldorf. Zur Ausstellung ist eine Monografie erschienen. Retrospektive Eri Krippner: Günter Haese, Kinetik ohne Steckdose. Monographie. bestellen / to book: "info (at) galerie-gmyrek.de" top home ATTERSEE Schwalbenschwätzer 24. März bis 6. Mai 2006 ![]() Einladungskarte: Attersee, Schwalbenschwätzer, 2005, Acryl und Lack auf grundierter Leinwand, Holzrahmen bemalt • 107 x 82 cm / 121 x 96 cm Die Galerie Wolfgang Gmyrek stellt nach der großen Übersichtsausstellung im BA-CA Kunstforum in Wien neuere Bilder des österreichischen Künstlers Christian Ludwig Attersee in Düsseldorf vor. Attersee, der mit Baselitz, Hödicke, Lüpertz und Immendorff zu den Gründerfiguren und Vorreitern der so genannten „Neuen Malerei“ zählt, ist kein Unbekannter in Düsseldorf, da er viele Jahre von der Düsseldorfer Galerie Heike Curtze vertreten wurde. Seit seinen Anfängen in den 60er Jahren hat Attersee ebenso Anteil am Wiener Aktionismus wie an der Pop Art. Attersee, der seinen künstlerischen Schöpfungsakt stets umfassend verstanden hat und alle Möglichkeiten des künstlerischen Ausdrucks von Malerei und Zeichnung über die angewandte Kunst, die Dichtkunst und Performance bis hin zur Musik bespielt hat, konzentriert sich seit den frühen 80er Jahren zunehmend auf die Malerei. Attersees Bildwelt ist geprägt durch einen den Bildmotiven und Titeln innewohnenden Surrealismus. Er bestimmt auch die Arbeiten der letzten Jahre, die in dieser aktuellen Ausstellung präsentiert werden: Leinwandbilder und Bildzyklen, in denen der Künstler zu einer neuen Ausdruckskraft der Malerei und des Figurativen gefunden hat. Wie nie zuvor lotet Attersee in den großen Leinwänden die Bruchstelle zwischen informeller, frei fließender Malerei und der Erzählkraft des Figurativen aus. Gerade auch im aktuellen Diskurs über die neuerliche Wiederkehr der Malerei und des Figurativen in der Gegenwartskunst, gewinnt die Ausstellung durch ihre Kraft und Frische eine besondere Bedeutung. Zum 65. Geburtstag von Attersee und der Ausstellung im Wiener BA-CA-Kunstforum, erschien bei Hatje Cantz ein umfangreicher Katalog, der in der Ausstellung erhältlich ist. top home BERND FINKELDEI hintergrundrauschen 3. Februar bis 18. März 2006 ![]() Einladungskarte: Bernd Finkeldei • Aue, 2005 • Acryl auf Leinwand • 160 x 215 cm Die Galerie Wolfgang Gmyrek zeigt neue Bilder von Bernd Finkeldei, dessen Arbeit und Entwicklung sie seit mehr als zwanzig Jahren kontinuierlich vorgestellt hat. Die neue Werkgruppe hintergrundrauschen setzt die Reihe der „Schnitt-Bilder“ fort. Das Bildmotiv ist zunächst leicht als Landschaft zu erfassen bei genauem Hinsehen erkennt man Rheinansichten aus der Gegend des viel besungenen Loreley-Felsens wieder. Die Landschaften werden jedoch durch große Schwünge, durch Schnitte, unterbrochen, die das Bild zerteilen. Diese „Leerstellen“ unterlaufen die Illusion und verweisen auf das Bild als Kunstobjekt. Das Bildmotiv lässt sich trotz der Schnitte als Einheit sehen, allerdings vor dem Hintergrund der farbig gesetzten Schwünge, die gleichsam das „Hintergrundrauschen“ des Bildes sind. Jedes Bild ist gleichzeitig eine abstrakte Komposition aus großzügig ins Bild gesetzten Schleifen und kleinteilig strukturierten Partien. Dies ist der Ausgangspunkt von Finkeldeis Erkundung der Möglichkeiten von Malerei. Er weist nach, dass die Kombination aus abstrakter Struktur, wie z.B. bei K.O. Götz, und figurativem Motiv schlüssig zu lösen ist. Bernd Finkeldei studierte von 1971 bis 1977 an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. 1977 gründete er mit anderen Künstlern die Gruppe Axiom, die zu den frühen Bewegungen für eine neue gegenständliche Malerei zählt. Parallel zur neuen expressiven Malerei entwickelt Finkeldei in diesem Kontext seine eigenständige Position der Malerei. Er hat sich unabhängig gemacht von der Konjunktur der Malerei im Kunstbetrieb, ob expressiv oder analytisch, ob figurativ oder abstrakt. Er sieht ihre Berechtigung und Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft, worin er gerade durch die junge Kunstszene, in der Malerei wieder eine wesentliche Rolle spielt, bestätigt wird. top home AUSSTELLUNGEN 2005 GALERIE WOLFGANG GMYREK • 1980 - 2005 • DIE SAMMLUNG 26. November 2005 bis 7. Januar 2006 ![]() Ausstellungsansicht v.l.:Norbert Tadeusz Gelb, grau und Hund, 1987, Öl auf Leinwand, 300 x 350 cm Johannes Brus, Mann mit Geweih, 1984, Unikat, Gips farbig gefaßt, 190 x 115 x 120 cm K.H. Hödicke, An der Havel III, 1975, Kunstharz auf Leinwand, 190 x 190 cm In diesem Herbst feiert die Galerie Wolfgang Gmyrek ihr 25-jähriges Bestehen. Die Ausstellung zum Jubiläum zeigt die Sammlung des Galeristen und Kunstsammlers Wolfgang Gmyrek. Zu sehen sind Schlüsselbilder seiner Künstler, Lieblingsbilder und Meisterwerke der Maler der Neuen Figuration, die für das Programm der Galerie seit 1980 stehen. Die Ausstellung zeigt ausgewählte Werke aus 25 Jahren Galeriearbeit und Sammlerleidenschaft, dabei sind Bilder und Skulpturen von Siegfried Anzinger, Johannes Brus, Peter Chevalier, Rainer Fetting, Bernd Finkeldei, Gotthard Graubner, K.H. Hödicke, Bernd Jansen, Konrad Klapheck, Bernd Koberling, Dieter Krieg, Markus Lüpertz, Bruce McLean, Helmut Middendorf, Norbert Tadeusz, Bernd Zimmer u.a. Bedingt durch seine vielen und engen Kontakte zur Düsseldorfer Kunstszene hat Wolfgang Gmyrek schon früh begonnen, Kunst zu sammeln. Begegnungen mit dem legendären Galeristen der Kubisten Daniel Henry Kahnweiler in Paris, Besuche in den Ateliers von André Masson, Gotthard Graubner, Norbert Tadeusz u.a. sowie die Freundschaft mit wichtigen deutschen Galeristen wie Alfred Schmela und Konrad Fischer vertieften sein Interesse an der Kunst. Ende der 70er Jahre beschloss er, begeistert durch die neue figurative Malerei in Europa, eine eigene Galerie zu gründen. Der erste Galeriestandort lag im Süden Düsseldorfs unweit des Benrather Schlosses. Hier waren die ersten Ausstellungen der Jungen Berliner Wilden wie Helmut Middendorf, Rainer Fetting und Bernd Zimmer zu sehen gefolgt von Künstlern wie Peter Chevalier, Bernd Finkeldei, Alfred Klinkan und Norbert Tadeusz. Auf das junge Programm der Galerie wurden schnell bekannte Sammler aufmerksam. Die Benrather Galerie war schon nach einem Jahr nicht nur wegen der großen Bildformate zu klein. Im Herbst 1982 zog die Galerie Wolfgang Gmyrek in die Mutter-Ey-Straße hinter Kunsthalle und Kunstverein. Der Künstlerkreis erweiterte sich auf die Generation der „Väter der Neuen Figuration“, die schon in den sechziger Jahren begonnen hatten wieder gegenständlich zu arbeiten: Künstler wie K.H. Hödicke, Bernd Koberling, Dieter Krieg, Norbert Tadeusz, Johannes Brus, und Bruce McLean wurden in Einzelausstellungen, die meist von umfangreichen Katalogen begleitet wurden, vorgestellt. Neben den einem einzelnen Künstler gewidmeten Ausstellungen richtete Wolfgang Gmyrek eine Reihe von programmatischen Themenausstellungen aus, in denen andere wichtige Maler wie Siegfried Anzinger, Georg Baselitz, Gotthard Graubner, Konrad Klapheck, Markus Lüpertz, A.R. Penck, Sigmar Polke und Gerhard Richter vertreten waren. Heute sind Begriffe wie Neue deutsche Malerei und Neue Figuration eng mit dem Namen und der ermittlungsarbeit der Galerie Wolfgang Gmyrek verbunden. 1996 gründete Wolfgang Gmyrek mit 13 anderen Kollegen die European Galleries und das Art Forum Berlin, die Internationale Kunstmesse führender Galerien, deren erster Geschäftsführer er war. Diese Kunstmesse hat sich in den vergangenen 10 Jahren zu einer der wichtigsten Messen für aktuelle Kunst entwickelt. In ihrem Jubiläumsjahr hat die Galerie Wolfgang Gmyrek eine neue Ausstellungsreihe mit junger Kunst initiiert. Beginnend mit der erfolgreichen Gruppenausstellung update.05, in der 16 Positionen zur Malerei aus dem Umfeld der Kunstakademien in Leipzig und Düsseldorf vorgestellt wurden, werden nun parallel zum etablierten Programm im studio der Galerie Wolfgang Gmyrek junge Künstlerinnen und Künstler vorgestellt. Bereits Anfang der 90er Jahre wurden im studio schon Absolventen der Düsseldorfer Kunstakademie präsentiert. Zurzeit liegt der Schwerpunkt auf junger Malerei aus Leipzig, dem Präsentationen anderer Kunsthochschulen folgen sollen. top home Norbert Tadeusz Triologien 3. September bis 19. November 2005 ![]() Ausstellungsansicht v.l.: der Hängende II, 2004, Acryl auf Leinwand, 270 x 200 cm 3 Hängende, 2004, Acryl auf Leinwand, 300 x 210 cm Die Galerie Wolfgang Gmyrek eröffnet die Herbstsaison mit einer Einzelausstellung von Norbert Tadeusz, der seit der Gründung der Galerie vor fast 25 Jahren zu ihren wichtigsten Künstlern gehört. Die Ausstellung zeigt das große Spektrum der Malerei der letzten Jahre: Es sind Landschaften von Varengeville, Stillleben und das Figurenbild zu sehen. Die verbindende Idee der Auswahl ist nicht im Motiv begründet, sondern der Titel der Ausstellung, „Triologien“, bezieht sich auf die spezifische Arbeitsweise von Tadeusz. Einmal fasziniert von einem Sujet arbeitet Tadeusz wieder und wieder an Varianten zum Thema. Aus diesen großen Motivreihen werden für Präsentationen oft Zusammenstellungen von Gruppen gebildet - dies können Paare oder ganze Räume sein, sehr oft findet sich jedoch die ideale Zusammenstellung von dreien. Kaum eine andere Zahl hat in unserem Kulturkreis eine ähnlich große Bedeutung und prägt unsere Sehgewohnheiten wie die Drei. Abseits vom Triptychon, das ausdrücklich nicht gezeigt wird, wurden Bilder ausgewählt, die in der Komposition bereits als Dreiergruppe angelegt sind, wie die „Hängenden“ von 2004, ein dreiteiliges Bild „Flieger“ und Motive, die sich in der Zusammenstellung von dreien gegenseitig vertiefen. Gerade die Trilogien erhellen, welche Faszination von der malerischen Bearbeitung eines Motivs immer wieder ausgehen kann. top home DIETER KRIEG - Raffe SINNBilder zum Lesen Bilder 2004 18. März bis 14. Mai 2005 ![]() Einladungskarte: Ohne Titel, 2004, Kohle und Acryl auf Papier auf Leinwand Die Galerie Wolfgang Gmyrek zeigt vom 18. März bis 14. Mai einen Werkkomplex mit neuen Bildern von Dieter Krieg. Charakteristika, die üblicherweise mit Kriegs Malerei verbunden werden, wie materialschwere Acrylfarbe und monumentale Formate, treffen auf diesen Zyklus nicht zu. Die neuen Bilder sind eher im Grenzbereich zur Zeichnung anzusiedeln: Krieg arbeitet ausschließlich mit Kohle und farblosem Acryl auf Papier, das erst im nächsten Arbeitsschritt auf Leinwand aufgezogen wird. So ergeben sich untypische kleine Bildformate und eine weitestgehende Beschränkung auf Grautöne, die manchmal abschließend mit Silikon akzentuiert werden. Farbe und Licht, die für die Malerei traditionell größte Bedeutung haben, treten zurück zugunsten von „Farben fürs Morgengrauen“ und „Bildern für die Dämmerung“, so die Titel von zwei Bildern, die Initialbedeutung für den Zyklus besitzen. Gerade im Zwielicht erhalten die Arbeiten eine besondere Qualität und Tiefe. Den Ausgangspunkt der Verwendung von Zeichnungen, Textskizzen und Notizen in der Malerei hat die Galerie in der letzten Einzelausstellung von Krieg vor zwei Jahren vorgestellt. Krieg hatte in großformatigen Bildern mit farbigem Bildgegenstand eine neue Lösung für das Problem des Bildhintergrundes gefunden, indem er auf die schweren Acrylfarbschichten Papierarbeiten aufbrachte. Die skriptorale Struktur und Mehrschichtigkeit entfaltete eine faszinierende Bildwirkung. In den folgenden Arbeiten hat Krieg dieses Prinzip weiterverfolgt und die Acrylfarbe mehr und mehr zurückgenommen. Die Umrisszeichnung und die Kombination mit handschriftlichen Textzitaten wurden immer autonomer. Inhaltlich fällt eine verstärkte Wiederaufnahme aus dem Gesamtwerk Kriegs auf: seit langem bekannte Bildmotive und eine erneute Auseinandersetzung mit literarischen und theoretischen Quellentexten, die von Bedeutung von Kriegs Kunst sind. Ein Bild zeigt programmatisch den Schriftzug „meine Zeichnungen nochmals abzeichnen“. Im Kontext dieser Überlegungen steht die ironische Brechung des Freudzitats der Einladungskarte „mehrfache Verwendung des nähmlichen Materials“ in Zusammensicht mit „Freud(s) Cigarre“. Besondere Bedeutung kommt dem Prinzip der Collage zu, denn Krieg hat oftmals im Bild mehrere Blätter mit gegenständlichem Motiv und Reflexionen über das Malen kombiniert, wie z.B. eine Wärmeflasche mit dem Text „dass man einen Gegenstand braucht, damit der Makrokosmos sich in ihr verkörpere, und andererseits, dass der Gegenstand unwichtig ist“, bzw. auf eine Leinwand verschiedene Textbestandteile zusammengebracht, die sich gegenseitig erhellen, oder in Frage stellen. Ungewohnt oft werden jedoch auch persönliche Reflexionen, Vorsätze, Überlegungen zum Bildmotiv, die scheinbar weniger Distanz zu Dieter Krieg haben, als in der Vermittlung durch Zitate. Der gesamte Werkkomplex gewinnt dadurch den Charakter einer Rückschau und Reflexion über ein Lebenswerk aus Sicht des Künstlers, wobei abzuwarten bleibt, ob sich damit auch ein Abschluss des malerischen Werkes verbindet. top home BERND KOBERLING Ausgewählte Werke Bilder 1974-1994 5. Februar bis 12. März 2005 top home AUSSTELLUNGEN 2004 JOHANNES BRUS versinken. Skulpturen und Fotoarbeiten 27. November 2004 bis 15. Januar 2005 ![]() Einladungskarte: Blick ins Atelier Die Galerie Wolfgang Gmyrek zeigt eine Einzelausstellung mit Plastiken und Fotoarbeiten von Johannes Brus. Versinken Auftauchen, Vergessen Erinnern, Gegensatzpaare und Polaritäten sind seit den siebziger Jahren charakteristische Themen für Johannes Brus. Zudem kennzeichnen sie auch seine künstlerische Strategie, immer wieder bereits getroffene künstlerische Formulierungen auf zu nehmen und zu hinterfragen. So scheinen die annähernd lebensgroßen Plastiken Reiter mit Adler, Elefantenkopf und Bildhauer auf den ersten Blick wahllos unter dem Ausstellungstitel „versinken“ zusammen-zukommen. Bei näherer Beschäftigung mit dem Inventar der Brus’schen Figuren wird man jedoch jedem Motiv vielfach begegnen und mögliche Bezüge und Verbindungen sehen. Seit den achtziger Jahren tauchen die Bildhauer als suchende, beobachtende, auf Untersuchungen konzentrierte männliche Figuren auf. Die Bildhauer in Lebensgröße sind als Gruppe geplant, wobei auch die Situation als Paar eine für Brus charakteristische Form ist. Nichts scheint die Figuren als Bildhauer auszuweisen, sie sind als am Boden sitzende Einzelfiguren ausgeführt. Während die eine Figur gelassen und konzentriert wirkt, scheint die andere im Begriff sich zu erheben, wie im Aufbruch nach gründlicher Reflexion. Es handelt sich bei beiden um einen spezifischen Typus des Menschen, der durch die Bezeichnung als Bildhauer als (Selbst-)Reflexion über das Kunstschaffen erkennbar ist. Der Reiter mit Adler (2003) scheint aus großer zeitlicher Ferne wieder aufzutauchen, wie eine plastisch gewordene Erinnerung. Genaue Vorstellungen haben wohl die wenigsten von der historischen Form der Falkenjagd am mittelalterlichen Hof und man kann anhand der Plastik auch keine gewinnen. Es werden Assoziationen, Märchen und Mythen, die bis heute im kollektiven Gedächtnis vorhanden sind, freigesetzt. Der Reiter ergänzt zudem die Bild-hauer: Er ist aufgebrochen, auf dem Weg. Dieser Weg, den die mittelalterlichen Dichter „âventiure“ nannten, hat ähnliche Kennzeichen wie die moderne Vorstellung vom künstlerischen Schaffensprozess: Beide befinden sich auf einer Expedition mit unbekanntem Ziel und ungewissem Ausgang. Den Kontrapunkt zu diesen Arbeiten bildet die dritte große Plastik: Der Elefantenkopf. Etwa lebensgroß liegt der Kopf mit lang ausgestrecktem Rüssel und aufgestellten Ohren auf dem Boden. Der Elefant vervollständigt in der Installation das Dreieck aus Mensch, Kultur und Natur. Verbinden sich mit dem Elefanten seit der Antike Vorstellungen von Kraft und Stärke so liegt der Riese hier besiegt und seiner wertvollen Stoßzähne beraubt wie eine Trophäe vor den Füßen des Betrachters. Angelegt ist der Dualismus von Kultur und Natur, wobei dem Elefantenkopf statt der Stoßzähne zwei Graphitelektroden beigegeben wurden. Unmittelbar verbunden wird in der Plastik also die Naturgewalt mit der elektrischen Kraft, die vom Künstler modellierte Naturform mit der industriell produzierten vorgefundenen Form. Der Elefantenkopf wurde vor vier Jahren im Kontext einer umfangreichen Installation auf Zollverein in Essen ausgestellt, von der ein Modell und die Fotoarbeiten in der aktuellen Galerieausstellung einen sehr guten Eindruck geben. Kennzeichnend ist jedoch auch hier, dass es Brus nicht bei dieser altbekannten Polarität bewenden lässt. Es geht im Grunde um eine Analogie: So wie der Elefant in einstiger Größe nur mehr versinkend und besiegt aufscheint, markieren die unbrauchbaren Kokillen, Schrauben und Elektroden die inzwischen ver-sinkende Industriekultur des 19. und 20. Jahrhunderts. Der Umgang mit der Historie, dem Vergessen, den Erinnerungen und die Mythenbildung bilden die thematische Klammer der aktuellen Installation von Johannes Brus. top home K.H. HÖDICKE Verschleppte Farbe 4. September bis 6. November 2004 ![]() Einladungskarte: Bagdad II, 2001 • Kunstharz auf Leinwand • 190 x 270 cm Die Galerie Wolfgang Gmyrek eröffnet die Herbstsaison mit einer Einzelausstellung von K.H. Hödicke. Der Titel Verschleppte Farbe bezieht sich auf Hödickes Technik, mit einem großen Rakel die Farbe über die Leinwand zu ziehen. Seit den 60er Jahren hat er dieses Verfahren immer wieder aufgegriffen. Nach den Stillleben aus Küche und Klo, die wir vor zwei Jahren präsentiert haben, schießt die aktuelle Auswahl also wieder an den Zyklus der Notturnos an, die 1996/97 in Düsseldorf und Berlin gezeigt wurden. Hödickes Notturnos entstanden wie viele seiner bekannten Bilder im Atelier mit Aussichtsturm an der Dessauer Straße. Während von hier aus in den 60er, 70er und 80er Jahren der Blick frei nach Osten schweifen konnte, über den Gropius-Bau und Potsdamer Platz (Hödickes Gobi) bis zum Brandenburger Tor und Reichstag, ist dieser Rundblick in den letzten Jahren immer mehr durch die schnell in den Himmel wachsenden Gebäude und Dutzende von Kränen versperrt. Hödicke hatte in den Bildern der nächtlich beleuchteten Baukräne und der Reflektionen im Regenwasser seine Geschichte vom Potsdamer Platz weiter geschrieben. Auch in den neuen Bildern finden sich diese Verweise, in denen "die Lichter der Großstadt" eine wichtige Rolle spielen. Im Mittelpunkt der Ausstellung werden monolithisch die großen Formate wie Partitur, Pratatatam oder Bagdad. Maltechnisch stellt K.H. Hödicke ein von ihm immer wieder erprobtes Werkzeug in den Mittelpunkt: Den Rakel. Der Farbrakel weist zurück auf die Tradition der informellen Malerei, die für Hödicke künstlerischer Ausgangspunkt war. Er gehört als „gelernter Tachist“ zu den wichtigsten deutschen Vertretern einer neuen Figuration seit den 60er Jahren. Sein Einfluss als Mitbegründer der Galerie Großgörschen 35 und seit 1974 als Professor für Malerei an der Hochschule der Künste Berlin kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Hödickes Bilder sind an der Grenze zur Abstraktion zu sehen, bleiben aber stets als Stadtbilder lesbar. Die Lichterketten der Verkehrswege und Baustellen geben den Anlass für die erste Notation in gelber oder roter Farbe auf der Leinwand. Die dunkle Farbe wird mit dem Rakel über die gesamte Fläche „geschleppt“ und ist als Himmel interpretierbar. Professor Jochen Hörisch hat für die Einladung einen kongenialen Text zu den neuen Bildern verfasst. Die Galerie Wolfgang Gmyrek wird mit der Eröffnung der Hödicke Ausstellung ihr Jubiläumsjahr zum 25-jährigen Bestehen einleiten. K.H. Hödicke gehörte seit Anfang der 80er Jahre als einer der wichtigsten Künstler der Galerie zum Programm und wird seitdem regelmäßig in Einzelausstellungen präsentiert. top home PETER BÖMMELS Den Helden melken wie er fällt Bilder 98-04 24. April bis 19. Juni 2004 ![]() Einladungskarte: Denksause • 2004 • Öl auf Nessel • 200 x 140 cm Mit Peter Bömmels erweitert die Galerie ihr Programm um einen für die Neue Figuration in Deutschland wichtigen Künstler. Wie viele der in den 80er Jahren bekannt gewordenen Jungen Wilden hat auch Peter Bömmels sein malerisches Werk konzentriert weiter entwickelt. Die erste Einzelausstellung in der Galerie Wolfgang Gmyrek gibt einen Überblick über die Arbeiten der letzten Jahre. Bekannt wurde Bömmels Anfang der 80er Jahre mit dem furiosen ersten Auftritt der Kölner Künstlergruppe Mülheimer Freiheit, die er mitbegründete. Seitdem hat er einen eigenen Stil erarbeitet, der vieles der wilden Malerei der frühen 80er Jahre verdankt, aber seit langem weit darüber hinausgeht. War zunächst die expressive und heftige Malspur mit kräftigen, starken Farben ebenso bedeutend wie surreale und erzählerische Momente des Bildinhalts, so sind in den neunziger Jahren die Farben und der Malduktus mehr und mehr zurückgenommen worden. Erst in seinen neuesten Bildern gewinnt die Farbe wieder an Bedeutung. Die Ausstellung umfaßt drei Werkgruppen, welche die Entwicklung der letzten zehn Jahre charakterisieren: Helle Leinwandbilder und auf Teerpappe gemalte, schwarze Bilder stehen sich gegenüber. Diese farblich reduzierten Arbeiten sind durch das Graphische, die Kontur dominiert. In seinen neuesten Bildern gibt Bömmels der Farbe neuen Spielraum, wobei lichte und zurückgenommene Töne überwiegen, oft im Kontrast zum Sujet. Charakteristisch bleibt die verrätselte, manchmal emblematisch oder symbolisch anmutende Auffassung der Figuration. Nie restlos zu entschlüsseln und doch höchst mitteilsam, erzählen die Bilder von zwischenmenschlichen und erotischen Beziehungen, von unerfülltem Verlangen und der Einsamkeit der Zweisamkeit. Bazon Brock hat schon früh auf die stark erzählerische Komponente der Bilder hingewiesen und die Möglichkeit einer ikonographischen Lesart aufgezeigt. Dieses Verfahren einer persönlichen Bildsprache, welches das gesamte Werk durchzieht, wird bis heute beibehalten. Deutlicher als in den frühen 80er Jahren verweisen die Figurinen und Zwitterwesen auf eine Bildtradition von den Emblembüchern bis zum Surrealismus. Es fehlt jedoch die Möglichkeit der Aufschlüsselung durch verbindliche Theoreme. Zu persönlich sind die Verknüpfungen, zu subtil und von sehr eigenem (manchmal recht schwarzem) Humor die Aussage, als daß sich eine schnelle Decodierung festschreiben ließe. top home NEUE FIGURATION in den 80er JAHREN Ein Rückblick auf die Malerei der Jungen Wilden und ihre Väter. 7. Februar bis 20. März 2004 Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Wolfgang Gmyrek steht in Zusammenhang mit dem wieder erwachten, großen Interesse an der Malerei der 80er Jahre. Erstmals wird die Zeit der Punkbewegung und der Jungen Wilden historisch erforscht, so im vergangenen Jahr in der Kunsthalle Düsseldorf, in der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin und im Museum für Neue Kunst im ZKM Karlsruhe. Für die Galerie Wolfgang Gmyrek ist dieser Fokus von besonderem Interesse, da die Anfänge der Galerie eng mit der Neuen „heftigen“ Malerei verbunden sind. Die Galerie Wolfgang Gmyrek hat ihr Programm in fast 25 Jahren um die ganze Bandbreite der gegenstandsbezogenen Malerei seit den 60er Jahren erweitert. Sie hat damit maßgeblichen Anteil an der Durchsetzung der Neuen Figuration. Hier wurden die ersten Ausstellungen der Jungen Wilden im Rheinland gezeigt und frühzeitig wichtige Themenausstellungen wie Neue Figuration in den 60er Jahren und Neue Figuration in den 70er Jahren oder Bildpaare und Zoographie erarbeitet. Die Ausstellungsreihe zur Neuen Figuration wird nun mit signifikanten Werken aus den 80er Jahren fortgesetzt. Rainer Fetting gehörte mit den Malern Helmut Middendorf, Salomé und Bernd Zimmer zu den vier Gründungsmitgliedern der „Galerie am Moritzplatz“ in Berlin. Alle hatten engen Kontakt zu der heute legendären Punkszene im SO 36. Fetting galt schon früh als das koloristische Talent der Gruppe. Susanne grünes Haar ist typisch für die frühen Bilder und zeigt eine eine ungewöhnliche Sanftheit im Gegensatz zu den fetzigen Musikbildern der gleichen Jahre. Die Vereinsamung des Individuums in den großen Städten ist das tragende Thema in den Bildern Middendorfs. Köpfe von Künstlerfreunden und Szenegängern bevölkern Middendorfs farbenprächtiges und ausdrucksstarkes Bild Einsamkeit der Köpfe, das in der Karlsruher Ausstellung „Obsessive Malerei“ gezeigt wurde. Zimmer setzte einen eigenen thematischen Akzent durch seine Landschaftsbilder. Ein sehr gutes Beispiel ist das Rapsfeld, das ganz aus dem starken Farbkontrast blau-gelb wirkt. Chevalier stammt aus der gleichen Generation wie die sogenannten Berliner Wilden. Er hatte aber während seines Studiums an der Kunsthochschule in Braunschweig bei Albert eine andere, nicht gestische Malweise mit Bezug auf die surreale Bildtradition entwickelt. Auch der britische Perfomancekünstler Bruce McLean stieß Anfang der 80er Jahre zur vitalen Berliner Kunstszene und entwickelte hier seinen aus der Aktion entstehenden figurativen Malstil. Der besondere Akzent unserer Galerieausstellung ist die Verankerung dieser bekannten Positionen in der figurativen Malerei, die schon seit den 60er Jahren erarbeitet wurde und nun in den Mittelpunkt des Interesses rückte. Georg Baselitz, K.H. Hödicke, Bernd Koberling, Dieter Krieg, Markus Lüpertz, A.R. Penck und Norbert Tadeusz wirkten überwiegend bereits als Hochschuldozenten und können insofern als „Väter“ der jungen Malerei bezeichnet werden, andererseits kam es jedoch vielfach zu einem produktiven Austausch mit der jüngeren Szene. Hödicke war sowohl in den 60er wie auch in den 70er Jahren eine der wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten in Berlin. Auf seine Initiative gingen die Gründungen der ersten Selbsthilfegalerie Berlins „Großgörschen 35“ (u.a. mit Lüpertz und Koberling) und auch die von seinen Schülern initiierte „Galerie am Moritzplatz“ zurück. Das Bild Wehen ist typisch für die farbstarke Malerei der 80er Jahre und zeigt den fruchtbaren Austausch mit der Malweise der Jungen Wilden. Koberling gilt neben seinem Malerfreund Hödicke als prägende Figur in der Berliner Szene seit den 60er Jahren, wobei Vulkanischer Raum eine der wichtigsten Motivgruppen dieser Jahre repräsentiert. Rote Messe von Lüpertz gehört zur Werkgruppe Pierrot Lunaire, die 1986 erstmals in Berlin gezeigt wurde. Die Bildserie Pierrot Lunaire zählt neben dem Mykenischen Lächeln zu den starken Werkgruppen der 80er Jahre. Neben Berlin war das Rheinland ein wichtiger Schnittpunkt der Neuen Malerei. Hier entzündete die Punkmusikszene in Verbindung mit dem Einfluß der Düsseldorfer Kunstakademie, insbesondere von Joseph Beuys, einen spezifischen Umgang mit dem Medium Malerei. So war z.B. Peter Bömmels Herausgeber der Musikzeitschrift Spex. In Köln stellten im Atelierhaus an der „Mülheimer Freiheit“ um 1980 Bömmels, Dahn und Dokoupil ihre Werke vor. Ausgehend von einer vehement gegen den etablierten Kunstbetrieb gerichteten Haltung wurden hier mit billigsten Materialien in kürzester Zeit Bilder produziert, die allerdings nicht zum Berliner Label der „neo-expressiven“ Malerei passten. Der österreichische Künstler Siegfried Anzinger gehört durch vielfältige Kontakte seit langem zur Kunstszene des Rheinlands. Seit fast zehn Jahren hat er eine Malereiklasse an der Düsseldorfer Kunstakademie. Wir zeigen eine wichtige frühe Arbeit terra moto, die anläßlich des großen Erdbebens in Süditalien entstand. In Köln und Düsseldorf arbeiteten zudem wichtige Vertreter der älteren Malergeneration wie Klapheck, Krieg und Tadeusz und hatten Lehrstühle an der Düsseldorfer Akademie inne. Erst Anfang der 80er Jahre wurde Tadeusz im Zuge der Neuen Figuration „wiederentdeckt“. Sowohl in der Düsseldorfer Ausstellung „von hier aus“ wie auch in der Ausstellung im Guggenheim Museum „Refigured Painting“ über die deutsche Nachkriegsmalerei fiel Tadeusz durch seine monumentalen Figurenbilder und Landschaften auf. Gemeinsam mit anderen Künstlern aus dem Kontext der Düsseldorfer Akademie, u.a. Bernd Finkeldei gehörte er zu den Mitbegründern der Gruppe AXIOM, die sich nach Jahren der Konzeptkunst wieder programmatisch der Malerei widmete. Klapheck gilt ebenso wie Norbert Tadeusz als einer der ganz frühen Verfechter der Neuen Figuration. Seine ersten Bilder mit Näh- und Schreibmaschinen datieren Mitte der 50er Jahre. Er ist keiner Gruppierung zuzurechnen, sondern reagierte ähnlich wie Hödicke, Krieg, Richter, Polke und Tadeusz mit einem individuellem Ansatz auf das Aufkommen der Pop Art. Kriegs Bild Pantoffel gehört zu den ersten Bildern, die die Abkehr vom fast monochromen Frühwerk zum furiosen, farbstarken Werk in der zweiten Hälfte der 70er Jahre einleiten, mit dem Krieg 1978 als deutscher Beitrag auf der Biennale Venedig präsent war. Im gleichen Jahr erhielt er eine Professur an der Düsseldorfer Akademie und hat seitdem einen deutlichen Akzent in der Malkultur des Rheinlands gesetzt. Durch enge Kontakte zur deutschen Kunstszene ist auch der dänische Maler und Bildhauer Per Kirkeby in den Kontext der Neuen Figuration der 80er Jahre eingebunden. top home AUSSTELLUNGEN 2003 BERND FINKELDEI Schnitt - Blumen. Neue Bilder 22. November 2003 bis 16. Januar 2004 ![]() Einladungskarte: Toy-toy, 2003, Acryl auf Leinwand, 170 x 130 cm Die Galerie Wolfgang Gmyrek zeigt neue Bilder von Bernd Finkeldei, dessen Arbeit und Entwicklung sie seit mehr als zwanzig Jahren kontinuierlich vorgestellt hat. Die neue Werkgruppe schließt an die androgynen Gärten an, die im vergangenen Jahr zunächst in der Galerie und danach im Museum Bochum und im Ludwig Museum Koblenz präsentiert wurden. In den „Gärten“ hat Finkeldei durch weiße oder schwarze „Leerstellen“ die Möglichkeiten gegenständlicher Malerei ausgelotet. In der neuen Gruppe der Schnitt-Blumen setzt er diese Untersuchung fort. Das Bildmotiv ist zunächst leicht zu erfassen, da es sich um gut erkennbare Blumen handelt. Der Betrachter muß jedoch das Motiv wie ein Puzzle zusammensetzen, da die Blumenbilder wie durch große weiße Schwünge, durch Schnitte unterbrochen sind, die das Bild zerteilen. Diese „Leerstellen“ unterlaufen die Illusion und verweisen auf das Bild als Kunstobjekt, denn schnell gewinnt man die Einsicht, dass die Schnitt-Blumen als Abbild zwar verrätselt scheinen, als Bild aber wunderbar funktionieren. Das Motiv lässt sich trotz der Schnitte als Einheit sehen, aber jedes Bild ist gleichzeitig eine abstrakte Komposition aus großzügig ins Bild gesetzten Schleifen und kleinteilig strukturierten Partien. Anders als bei David Hockneys „Swimmingpool“-Bildern, in denen eine abstrakte Linienstruktur als Wellen in das Bild integriert wird, bindet Finkeldei die beiden Bildebenen nicht aneinander. Dies ist der Ausgangspunkt seiner Erkundung der Möglichkeiten von Malerei. Er weist nach, dass die Kombination aus abstrakter Struktur, wie z. B. bei Götz, und figurativem Motiv schlüssig zu lösen ist. In der Ausstellung sind zwei Werkgruppen der Schnitt-Blumen zu sehen, die früher entstandenen Bilder in Grisaille, die späteren in den drei Grundfarben. Die aktuellste Arbeit ist ein großformatiges Bild, bei dem das Motiv der Schnitte auf eine Weltlandschaft, ein Panorama, übertragen ist. Finkeldei hat in dieser Arbeit die Polarität figurativ abstrakt nicht nur auf der Ebene Bildmotiv- Schnitte, sondern auch im Bildverlauf thematisiert. In Leserichtung fällt eine üppig grüne Hochebene unter einem bedrohlich düsteren Himmel über steile Kreidefelsen ins Meer ab. Diese Landschaft löst sich jedoch im rechten Drittel in einer quasi chaotischen Struktur auf, in der auch die weißen Schnitte von der Malstruktur überlagert werden. Diese Bildkomposition läßt sich sowohl symbolisch als auch bildanalytisch lesen, denn während das Bild den Übergang eines figurativen linken Teils in einen informellen rechten Teil zeigt, bleibt die Malerei einheitlich in Bezug auf Material und Duktus. Bernd Finkeldei studierte von 1971 bis 77 an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. 1977 gründete er mit anderen Künstlern die Gruppe Axiom, die zu den frühen Bewegungen für eine neue gegenständliche Malerei zählt. Parallel zur neuen expressiven Malerei entwickelt Finkeldei in diesem Kontext seine eigenständige Position der Malerei. Nahes und Fernes, Figuratives und Abstraktes, Statisches und Dynamisches werden eng miteinander verzahnt zu einem geschlossenen Bildganzen mit maximaler Spannung. Bernd Finkeldei hat sich unabhängig gemacht von der Konjunktur der Malerei im Kunstbetrieb, ob expressiv oder analytisch, ob figurativ oder abstrakt. Er sieht ihre Berechtigung und Möglichkeiten längst nicht ausgeschöpft, worin er gerade durch die junge Kunstszene, in der Malerei wieder eine wesentliche Rolle zu spielen beginnt, bestätigt wird. top home |
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